Trinkwasser enthält eine Vielzahl von Mineralien und Spurenstoffen, die nicht nur alle wichtigen Körperfunktionen aufrechterhalten, sondern auch den individuellen Geschmack eines Wassers bestimmen. Egal ob salzig, bitter oder süß, ob still oder mit Kohlensäure versetzt, aus der Wasserflasche oder direkt aus der Leitung: Es sind maßgeblich Magnesium, Natrium, Calcium und Co., die darüber entscheiden, wie und ob uns ein Wasser schmeckt.

Wasser fließt durch Gesteine
Entscheidend für den natürlichen Geschmack eines Wassers ist die Beschaffenheit der Böden und Gesteine, die es bis zur Entnahmestelle passiert hat. © mauriceangres / pixabay

Bevor wir das kühle Nass genießen, hat es eine lange Reise durch verschiedene Boden- und Gesteinsschichten hinter sich. So entsteht der „geologische Fußabdruck“ und das spezifische Mineralienprofil. Dolomit, Gips oder Kalkstein sind beispielsweise wasserlöslich und setzen daher Calcium- und Magnesium-Ionen frei. Besteht ein Gestein hauptsächlich aus Quarzen wie Granit und Gneis, nimmt das durchfließende Wasser wenig Mineralien auf.

Das hat zur Folge, dass der Mineraliengehalt je nach Ursprungsort stark schwankt. Das Berliner Leitungswasser enthält laut Angabe der örtlichen Wasserwerke im Schnitt ungefähr 100 Milligramm Calcium. Es ist mit 19,5 °dH (Deutscher Härtegrad) im deutschlandweiten Vergleich besonders hart, denn Calcium und Magnesium bestimmen den Härtegrad. Dagegen ist das Bonner Leitungswasser mit einem Wert zwischen 25,4 bis 40,2 Milligramm Calcium pro Liter und einem Härtegrad von durchschnittlich 5,8 °dH besonders weich. Nicht zufällig wird Wasser mit geringem Mineraliengehalt auch als „weich“ wahrgenommen.

Wassertrinken als multi-sensorisches Geschmackserlebnis

Der Mensch besitzt etwa 10.000 Geschmacksknospen, mehr als jedes andere Säugetier. Unsere gustatorischen Wahrnehmungsorgane (Zunge, Nasenrachen, Kehlkopf, obere Speiseröhre, Gaumensegel) erlauben es uns, zwischen den Geschmacksqualitäten salzig, süß, bitter, sauer und umami zu unterscheiden und die aufgenommene Nahrung hinsichtlich ihres Gehaltes an Mineralien und anderen lebensnotwendigen Nährstoffen zu prüfen. So ist es uns möglich zu unterscheiden, ob ein Wasser eher salzig oder süß schmeckt. Die Feinheiten nehmen wir unterschiedlich wahr: Schmeckt ein Wasser im hinteren Zungenbereich beispielsweise eher salzig-herb, erscheint es an der Zungenspitze mild.

„Ein hoher Gehalt an Magnesium sorgt für eine leicht süßliche Note. Calcium und Sulfat sorgen für einen leicht bitteren Beigeschmack, kohlensäurehaltiges Wasser empfinden wir als säuerlich. Natrium wiederum, vor allem in Verbindung mit Chlorid als Natriumchlorid (Kochsalz), schmeckt salzig“, so Wasserexpertin Dr. Monique Bissen, Geschäftsführerin der ICon GmbH & Co. KG. Hydrogencarbonat kommt eine besondere Rolle im Geschmacksgleichgewicht bei. „Er fungiert als Säurebinder und macht Trinkwasser für empfindliche Mägen bekömmlicher“, weiß Dr. Bissen. Um ein harmonisches Geschmackserlebnis zu erzeugen, ist also die richtige Mischung der Mineralien essenziell.

Optimale Mineralisierung

Bei den üblichen Verfahren der Trinkwasseraufbereitung in Gebäuden werden dem Wasser wertvolle Inhaltsstoffe entzogen, die so verloren gehen. „Bei hohen Härtegraden wird das Leitungswasser häufig mit Ionenaustauschern, sogenannten Enthärtern, behandelt, um den Kalkgehalt des Wassers zu reduzieren. So sollen Armaturen und Haushaltsgeräte vor dem Verkalken geschützt werden. Allerdings verliert das Wasser dabei weitgehend das wertvolle Calcium und Magnesium“, erläutert Dr. Bissen. Die ICon GmbH & Co. KG forscht deswegen an modernen Filtrationstechniken für den Einsatz direkt am Point of Use, um Leitungswasser nicht nur zu reinigen, sondern auch an den persönlichen Geschmack anzupassen.

Forschungen zur Toxizität von Mikroplastik

Wissenschaftler, darunter Prof. Dr. Edmund Maser vom Institut für Toxikologie und Pharmakologie der Universität Kiel, gehen derzeit davon aus, dass Mikroplastik selbst nicht toxisch ist. Jedoch vermuten die Forscher, dass die unpolare und hydrophobe, d.h. wasserabweisende Eigenschaft von Mikroplastik ein Problem sein könnte. „Plastikpartikel wirken eventuell wie ein Schadstoffmagnet. Nehmen wir Mikroplastik auf, könnten auch daran anhaftende Giftstoffe in unseren Körper gelangen“, erklärt Dr. Bissen. Nicht nur Schadstoffe lagern sich an den Plastikpartikeln ab, es kann sich auch ein mikrobieller oder pflanzlicher Belag auf dem Material bilden. Der so entstehende Biofilm hält zwar Schwermetalle und Pestizide ab, doch kann er potentiell Krankheitserreger enthalten.

Kritische Ergebnisse liefern auch Untersuchungen von Meeresbewohnern, die mit Mikroplastik kontaminiert sind. Laut Informationen der Umweltorganisation Greenpeace zeigten sich beispielsweise im Laborexperiment bei Wattwürmern, die PVC-Partikel verschluckt hatten, starke Gewebeveränderungen und Entzündungen. Bei ihnen wurde außerdem ein verringertes Wachstums-, Fortpflanzungs- und Bewegungsverhalten festgestellt.

Vergleichbare Erkenntnisse zu den Auswirkungen von Mikroplastik auf den Menschen fehlen. Und so gibt es auch keinen Grenzwert für Mikroplastik in Trinkwasser und anderen Lebensmitteln. Dr. Bissen resümiert: „Es liegt an uns, uns zu schützen.“