Häufig fällt bei den Diskussionen um den Wasser- und Energieverbrauch der Begriff „virtuelles Wasser“. So liegt der virtuelle Wasserverbrauch in Deutschland derzeit bei 4.000 Liter pro Kopf und Tag. Nur: Was versteht man unter „virtuellem Wasser“?

Rinderzucht am Bauernhof
Ein alltagsnahes Beispiel für "virtuelles Wasser": Für ein Kilogramm Rindfleisch werden 15.400 Liter Wasser verbraucht. © ICon / icon-h2o.de

In unserer vollelektrifizierten Zeit ist Virtualität längst Gewohnheit. Virtuelle Ausstellungsrundgänge, Virtual-Reality-Brillen – das alles ist längst in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen. Aber wie lässt sich ein Element virtuell abbilden? Denn Wasser ist in erster Linie doch: nass. Greifbar. Echt. Nichts, was ein Mensch digitalisieren könnte. Wozu dient dann dieser Begriff? Und wie lässt sich virtuelles Wasser einsparen, wenn es nicht greifbar ist? Schließlich scheint der Bedarf ja exorbitant hoch zu sein.

Knüpfen wir uns zunächst den Begriff Wasserverbrauch vor: Unter  Wasserverbrauch versteht man die Wassermenge, die ein Mensch für das Trinken, das Kochen, die Körperpflege, im Haushalt und im täglichen Leben und Arbeiten benötigt.

EINE TASSE KAFFE ENTSPRICHT 130 LITER WASSER

Nicht sichtbar ist dabei der Verbrauch an Wasser, der in allen Lebensmitteln und Produkten steckt, die wir im Alltag konsumieren: So stecken in jeder Tasse Kaffee 130 Liter Wasser. Die Zahl ist deshalb so hoch, weil der Kaffeeanbau in den Herkunftsländern sehr viel Wasser verbraucht. Der Bedarf an „virtuellem Wasser“ ist also jener Bedarf, der auch den in der Produktion unserer Alltagsgegenstände versteckten Wasserverbrauch berücksichtigt. Für den Verbraucher ist dieser Bedarf auf den ersten Blick nicht sichtbar. Dennoch ist er existent.

Ein weiteres Beispiel aus unserem Alltag ist Rindfleisch, bei dessen Produktion unverhältnismäßig viel Wasser benötigt wird. Denn Rinder benötigen viel Getreide und der Anbau dieses Rinderfutters ist extrem wasserlastig. Die Gesamtbilanz ist entsprechend hoch: In 1 Kilogramm Rindfleisch stecken 15.400 Liter Wasser. Gerade in Deutschland summiert sich so schnell eine astronomische Zahl. Laut dem Bundeministerium für Umwelt und Ernährung isst jeder Deutsche im Jahr 60 Kilogramm Fleisch. Das entspricht demnach etwa 924.000 Liter Wasser.
Neben der Landwirtschaft ist es vor allem die Textilproduktion, die den weltweiten Wasserverbrauch in die Höhe treibt.

Somit wird schnell klar: Auch virtuelles Wasser lässt sich durch bewussteren Konsum einsparen. „Neben dem bewussteren Konsum im Alltag können auch digital vernetzte Wassersteuerungen und hochwirksame Filtertechnologien den Verbrauch virtuellen Wassers drastisch einschränken, wenn sie gleichermaßen privat als auch gewerblich zum Einsatz kommen“, ist sich Dr. Monique Bissen, Managing Director bei ICon sicher.