Seit den 1970er Jahren wird Gylphosat zur Schädlingsbekämpfung in der Agrarwirtschaft eingesetzt. Jetzt diskutieren Politik und Medien über die Gefahren des Mittels für die Gesundheit. Offenbar stellt Glyphosat eine größere Gefahr im Wasser dar, als bisher angenommen.

Glyphosat in der Agrarwirtschaft
Glyphosat kommt seit den 1970er Jahren vor allem in der Agrarwirtschaft zum Einsatz. © ICon / icon-h2o.de

Im Dezember 2017 läuft die Zulassung für Glyphosat aus. Ursprünglich wollte die EU-Kommission, die Zulassung für weitere zehn Jahre verlängern. Das EU-Parlament weigerte sich und fordert seinerseits eine Verlängerung um weitere fünf Jahre. Der Einsatz des Pflanzenvernichtungsmittel ist umstritten. Während Deutschland und die EU das Mittel als unbedenklich einstufen, hält die Internationale Krebsforschungsagentur IARC es für „wahrscheinlich“ krebserregend. Sollte die Lizenz am 15. Dezember 2017 auslaufen, dürfte Glyphosat noch ein halbes Jahr verkauft und weitere zwölf Monate in der Agrarwirtschaft verwendet werden.

TRINKWASSER BEREITS BELASTET

Glyphosat ist der Wirkstoff des Unkrautvernichters „Roundup“ der Firma Monsanto. Das Mittel zählt zu den meistverkauften Pestiziden der Welt und wird in Deutschland auf etwa 40 % Prozent der Felder eingesetzt. Hierzulande wird es hauptsächlich verwendet, um neue Aussaaten vorzubereiten. Dabei vernichtet es auf den Äckern jegliches Unkraut und schafft eine frei zu bearbeitende Ackerfläche. Es wirkt schnell und effektiv, weshalb es in großen Mengen zum Einsatz gebracht wird. Durch Regen oder Wurzelausscheidungen gelangt Glyphosat ins Grundwasser und letztlich auch in unser Trinkwasser.

Derzeit wird über die Grenzwerte im Trinkwasser diskutiert. Die Trinkwasserverordnung sieht dabei einen Grenzwert von 0,0001 Milligramm je Liter vor. Aktuell gehen die zuständigen Stellen von einer unschädlichen, maximalen Tagesdosis von bis zu 0,3 Milligramm je Kilogramm Körpergewicht aus. Die Werte sind jedoch umstritten – die Auswirkungen auf den menschlichen Körper noch nicht komplett geklärt.

Dabei wird Glyphosat immer beliebter. Neben Obst-, Getreide- und Weinanbau kommt es auch immer häufiger in Kleingärtenvereinen zum Einsatz. Für 2010 schwankte der Verbrauch zwischen 4.000 und 8.000 Tonnen im Jahr – tendenz stark steigend. Auch hier diskutiert die Politik, die Mengen zu beschränken und den Einsatz zu kontrollieren.

AUSWIRKUNGEN AUF DEN MENSCHEN

Glyphosat ist so gefährlich, da es geruchlos, wasserlöslich und eine sogenannte nicht flüchtige Substanz ist. Ohne einen weitreichenden Wassertest gibt es keine Möglichkeit, das Herbizid nachzuweisen. Das Mittel wird mit Fehlbildungen von Embryos, Fehlgeburten und erhöhten Krebsraten in Verbindung gebracht. Bei direktem Kontakt auf der Haut oder durch Atemwege wirkt Glyphosat toxisch. Es kann zur Schädigung menschlicher Zellen und Störungen in der Embryonalentwicklung führen. Nach derzeitigem Kenntnisstand kann es auch in die Hormonbildung eingreifen und krebserregend sein.

Ob und inwieweit Glyphosat in Zukunft eingesetzt werden darf ist noch nicht entschieden. Die Agrarwirtschaft verteidigt es vehement und wird vermutlich noch eine lange Zeit seine schützende Hand über das günstige und effektive Mittel halten. Wassertests helfen lediglich bei der Überprüfung und sind für den alltäglichen Gebrauch ungeeignet.