Die Erzeugung von Energie durch Wasserkraft ist eine der ältesten Formen der Energiegewinnung. Als erneuerbare Quelle ist sie heute und auch in Zukunft ein wichtiger Faktor.

Gewinnung von Energie mit Wasserkraft
Die Energiegewinnung aus Wasserkraft hat weltweit eine lange Tradition. © Monsterkoi / www.pixabay.com

Um für den Menschen mit Wasserkraft nutzbaren Strom zu gewinnen, muss Wasser aus möglichst großer Höhe und mit hoher Geschwindigkeit auf ein Laufrad oder eine Turbine treffen. Dabei wird potenzielle Energie (Lageenergie) in kinetische Energie (Bewegungsenergie) umgewandelt. Aus ihr wiederum entsteht im Generator elektrische Energie.

CHINA IST VORREITER

Nach Angaben des Umweltbundesamtes betrug der Anteil der aus Wasserkraft nutzbar gemachten Energie an der weltweiten Stromversorgung 2011 etwa 16 Prozent. Vorreiter ist die Volksrepublik China. Am Fluss Jangtsekiang steht das leistungsstärkste und größte Wasserkraftwerk der Welt. Die Anlage „Drei Schluchten“ verfügt über eine elektrische Leistung von 22,5 Gigawatt. Im Vergleich: Das zweitgrößte Wasserkraftwerk in Brasilien, „Itaipú“, liefert Strom mit einer Nennleistung von 14 Gigawatt. Deutschlands größtes Wasserwerk ist das Pumpspeicherwerk „Goldisthal“ im thüringischen Landkreis Sonneberg. Mit einer Leistung von 1,06 Gigawatt ist es zwar eines der größten in ganz Europa, im weltweiten Ranking um die Leistungsstärke ist es allerdings weit abgeschlagen.

Auch insgesamt führt China die Liste der Länder an, die Wasserkraft nutzen: 2014 belief sich die Gesamtkapazität der Stromerzeugung in der Volksrepublik auf 280 Gigawatt, das sind 27 Prozent der weltweiten Energiegewinnung auf Wasserkraftbasis. „Staaten wie Norwegen und Island decken inzwischen beinahe ihren gesamten Strombedarf aus Wasserkraft“, so Dr. Monique Bissen, Geschäftsführerin der ICon GmbH & Co. KG. „Österreich und die Schweiz decken mehr als 50 Prozent ihres Gesamtbedarfs mit Wasserkraft.“

WICHTIGE ROLLE FÜR ENERGIEGEWINNUNG

Wasserkraft hat den Vorteil, dass sie erneuerbar und im Vergleich zu anderen Energiegewinnungsmethoden relativ preisgünstig ist. Gleichzeitig bedeutet die Errichtung eines Stausees einen erheblichen Eingriff in die Landschaft und das bestehende Ökosystem. Deshalb empfiehlt das Umweltbundesamt, die Effizienz bereits bestehender Wasserkraftwerke zu erhöhen, statt neue zu errichten.

Topographisch gesehen ist Europa aufgrund seiner natürlichen Höhenunterschiede für diese Art der Energiegewinnung nahezu ideal. Zusammen mit den Investitionen in Wind- und Solarenergie spielt die Wasserkraft heute und auch in Zukunft eine entscheidende Rolle für den Ausbau erneuerbarer Energien.