Er hinterlässt sichtbare Spuren auf Armaturen, Fliesen, Duschkabinen und im Wasserkocher. Wird Wasser erwärmt, bildet sich auf verschiedensten Oberflächen und Rohrleitungen eine weiße Schicht, die sich durch bloßes Abwischen nicht entfernen lässt: Kalk ist deswegen im Haushalt alles andere als beliebt. Trotzdem begegnen wir ihm viel häufiger als wir denken – und die Natur und wir hängen unmittelbar von ihm ab. Warum wir den Kalk lieben lernen sollten.

Verkalkte Rohre
Verkalkte Rohre sind ärgerlich, doch vor allem für die Landwirtschaft ist Kalk immens wichtig. © distel2610 / www.pixabay.com

Vorweg sollte gesagt werden, dass Wasser und somit auch der darin gelöste Kalk von der Natur nicht dazu vorgesehen war, durch Rohrleitungen oder Schläuche einer Kaffeemaschine zu fließen oder gar in ihnen erwärmt zu werden. Wird Wasser erhitzt, wird Kohlensäure aus dem Wasser getrieben. Somit kippt das sogenannte Kalk-Kohlensäuregleichgewicht des Wassers zugunsten der Kalkkonzentration, die sich erhöht. Der überschüssige Kalk fällt dann aus, was zu sichtbaren Ablagerungen auf Rohren, Heizspiralen und Armaturen führt. Sehr kalkhaltiges Wasser kann zudem den Geschmack beliebter Heißgetränke wie Kaffee oder Tee verändern.

Diese Dinge sind ärgerlich und unliebsam, doch eigentlich hat Calciumcarbonat, aus dem Kalkstein hauptsächlich besteht, viele Eigenschaften, die unser Leben erleichtern. Vor allem für die Landwirtschaft, die Industrie und auch für den Umweltschutz ist Kalk als natürliches Allround-Talent ein wichtiger Rohstoff.

CALCIUMCARBONAT: STARK GEGEN SÄURE

Kalk ist sehr bindungsfreudig und wirkt gleichzeitig neutralisierend. Treffen Regentropfen auf den Boden, geht das im Kalkstein enthaltene Calcium auf natürliche Weise im Regenwasser in Lösung. Ist der Regen sauer, neutralisiert das Calciumcarbonat die Säure im Wasser. Auf diese Weise entsteht das für die Natur so wichtige Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht.

Für die Waldbestände und die Landwirtschaft ist Kalk daher essentiell. Durch Luftverschmutzung und landwirtschaftliche Nutzung versauert stetig der Boden. Um ein Baumsterben in besonders sauren und kalkarmen Regionen zu verhindern, werden pro Jahr rund 165.000 Tonnen Kalk mittels Hubschrauber und anderer Gerätschaften auf die Waldflächen verteilt. Ein ausgewogener Kalkgehalt ist gerade für landwirtschaftlich genutzte Böden unabdingbar. Denn Nutzpflanzen entziehen dem Boden Kalk und vergrößern somit die natürliche Kalkreduktion. Gleicht man diese Verluste nicht durch ein Düngen mit Kalk aus, würde der Boden unfruchtbar werden.