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- 22.08.2018

Hormonelle Rückstände – Grenzwerte der Trinkwasserverordnung

Die kleine Pille ist schnell mit einem Glas Wasser heruntergespült. Dass sich Rückstände von ihr irgendwann in genau diesem Wasserglas wiederfinden werden, ist kaum jemandem bewusst. © areeya_ann / www.istockphoto.com
Die kleine Pille ist schnell mit einem Glas Wasser heruntergespült. Dass sich Rückstände von ihr irgendwann in genau diesem Wasserglas wiederfinden werden, ist kaum jemandem bewusst. © areeya_ann / www.istockphoto.com

Empfindliches Gleichgewicht

Körpereigene Hormone übernehmen im menschlichen Organismus wichtige Funktionen. Sie sind Signal- und Botenstoffe, die Informationen übermitteln und essenzielle Prozesse in Gang bringen. Bereits kleinste Abweichungen innerhalb des Organismus, sowohl durch körpereigene Unregelmäßigkeiten als auch durch äußere Einflüsse, können große Auswirkungen auf den Hormonhaushalt und somit auf den gesamten Körper haben. Ist der Hormonhaushalt erst einmal gestört, zum Beispiel durch Fehlfunktionen der Schilddrüse oder zusätzlich eingenommene Hormone in Form von Präparaten, kann dies mitunter zu ernsthaften Erkrankungen führen. Alarmierend ist, dass das Umweltbundesamt diverse Hormone bereits in unserem Trinkwasser als nachgewiesen erklärt hat.

 

Der Ursprung des Trinkwassers

Es gibt nicht das eine Trink- und Leitungswasser für ganz Deutschland. Daher kann man das kühle Nass, das bei uns wie selbstverständlich aus den Hähnen sprudelt, nicht pauschal bewerten. In Deutschland wird es von rund 6.000 lokalen Trinkwasserversorgern bereitgestellt. Viele Kommunen besitzen eigene Wasserwerke und beziehen ihr Rohwasser aus unterschiedlichen Quellen. Die Qualität unterscheidet sich von Stadt zu Stadt, manchmal deutlich.

Hinzu kommen private Anbieter und etliche hundert Klein- und Eigenversorger, wie Kleingartenvereine, Landwirtschaftsbetriebe und Großgrundbesitzer. Somit ist es schier unmöglich, den Ursprung des Wassers, das schließlich zum Endverbraucher gelangt, genau festzumachen. Gewissen Regularien ist die Wasserqualität natürlich trotzdem unterworfen.

 

Trinkwasserverordnung legt Grenzwerte fest

Trinkwasser wird auch als das „am besten untersuchte Lebensmittel“ bezeichnet – Basis dafür ist die Trinkwasserverordnung. In §1 der deutschen Trinkwasserverordnung heißt es: „Zweck der Verordnung ist es, die menschliche Gesundheit vor den nachteiligen Einflüssen, die sich aus der Verunreinigung von Wasser ergeben, das für den menschlichen Gebrauch bestimmt ist, durch Gewährleistung seiner Genusstauglichkeit und Reinheit […] zu schützen.“ Die Verordnung regelt in Deutschland also die Reinheit des Trinkwassers und setzt auch die zulässigen Grenzwerte von mehr als 40 verschiedenen Substanzen fest.

Für Medikamente, wie zum Beispiel Hormone, sind bisher noch keine verbindlichen Grenzwerte definiert worden. Sodass, obwohl hormonelle Rückstände regelmäßig in Proben von Trinkwasser gefunden werden, kein Handlungsgebot besteht.

Und die Hormonkonzentration steigt: Verglichen mit den vergangenen zehn Jahren finden sich immer mehr endokrin, also hormonell, aktive Substanzen in den Untersuchungsproben von Klär- und Wasseraufbereitungsanlagen sowie im Grund- und Oberflächenwasser.

Das Antibabypillen-Hormon Ethinylestradiol, kurz EE2, und viele weitere Hormone stehen zudem im Verdacht, sogenannte endokrine Disruptoren zu sein. Das heißt, sie wirken aktiv auf den menschlichen und tierischen Organismus ein und sorgen für eine Störung des Hormonsystems. Eine Gefahr für Mensch und Tier, die nicht unterschätzt werden sollte.

 

Wie diese schädlichen medikamentösen Rückstände in unser Trinkwasser gelangen und was Klärbetriebe tun, um diese Verschmutzung zu beseitigen, lesen Sie im Blogartikel Hormone im Trinkwasser – Folgen für Mensch und Tier.

Quellen:
Statistisches Bundesamt, Fachserie 19, Reihe 2.1.1; Öffentliche Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung
https://www.donau-carbon.com/Downloads/abwasser.aspx
http://www.igb-berlin.de/news/bislang-unbemerkte-geschlechtsumkehr-bei-amphibien-durch-pillen-oestrogen; Stand: 14.12.2017
https://www.buzer.de/s1.htm?g=TrinkwV%2B2001&a=1; Stand 11.12.17; 
https://www.gesetze-im-internet.de/trinkwv_2001/TrinkwV.pdfTrinkwasserverordnung (TrinkwV 2001) neugefasst B. v. 10.03.2016 BGBl. I S. 459; zuletzt geändert durch Artikel 2 G. v. 17.07.2017 BGBl. I S. 2615; Geltung ab 01.01.2003; FNA: 2126-13-1
https://mineralwasser.com/fileadmin/pdf/0612-MTVO-7.pdf ; Stand: 18.12.2017
http://www.efsa.europa.eu/de/topics/topic/endocrine-active-substances
http://www.igb-berlin.de/news/bislang-unbemerkte-geschlechtsumkehr-bei-amphibien-durch-pillen-oestrogen; Stand: 14.12.2017
- 22.08.2018

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