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- 09.08.2018

Mikroplastik in Mineralwasserflaschen

In den Weltmeeren findet man bereits allerlei Plastikteile – von Mikroplastik bis hin zur Plastikeinkaufstüte. Kein Wunder also, dass Mikroplastik auch den Weg auf unsere Teller und letztlich sogar in unser Trinkwasser findet. © Pixabay / www.pixabay.com
In den Weltmeeren findet man bereits allerlei Plastikteile – von Mikroplastik bis hin zur Plastikeinkaufstüte. Kein Wunder also, dass Mikroplastik auch den Weg auf unsere Teller und letztlich sogar in unser Trinkwasser findet. © Pixabay / www.pixabay.com

Was ist Mikroplastik?

Zumindest diese Frage lässt sich schnell behandeln: Allgemein gesagt, werden alle Plastikpartikel, die maximal fünf Millimeter groß sind, als Mikroplastik bezeichnet.Es entsteht, wenn beispielsweise eine weggeworfene oder liegengelassene Plastiktüte mit der Zeit durch UV-Strahlung und mechanische Einwirkungen zerkleinert wird. Auch durch den Abrieb von Autoreifen auf den Straßen entsteht täglich Mikroplastik, ebenso löst es sich beim Waschen aus den Fasern von Kleidungsstücken.

Allgemein unterscheidet man zwischen primärem und sekundärem Mikroplastik. Unter primärem Mikroplastik versteht man eben jene Plastikpartikel, die gezielt für Kosmetik und Reinigungsmittel produziert werden. So besitzen beispielsweise Peelings dieses primäre Mikroplastik, um den gewünschten mechanischen Reinigungseffekt hervorzurufen.

Als sekundäres Mikroplastik bezeichnet man nun all jene Plastikpartikel, die durch Reifenabrieb, zerkleinerte Kunststoffprodukte und aus Kleiderfasern entstehen.

 

Plastikpartikel im Trinkwasser

Sowohl das primäre als auch das sekundäre Mikroplastik findet seinen Weg in unsere Kanalisation. Ersteres durch die Anwendung von Kosmetikartikeln, letzteres über die Abwasserentsorgung. In der Kläranlage kann das Mikroplastik nur ungenügend aus dem Wasser geklärt werden, weil die Mikroorganismen, die das Abwasser auf natürlichem Wege filtern, indem sie die Abfallprodukte im Wasser zersetzen, diese unnatürlichen Partikel nicht abbauen können. Und so gelangt das Mikroplastik in die Flüsse oder über Klärschlämme auf landwirtschaftliche Nutzflächen und somit in unsere Gewässer.

Der Schritt für das Mikroplastik in das deutsche Trinkwasser ist da nicht mehr groß. Die Trinkwasserwerke, die das Wasser aus eben jenen Gewässern gewinnen, können das Mikroplastik ebenfalls nur bedingt filtern, sodass es am Ende beim Verbraucher selbst landet.

Auch das Material der in den Häusern verbauten Wasserleitungen könnte neusten Untersuchungen zufolge bezüglich der Mikroplastik-Konzentration im Wasser eine Rolle spielen. Sind die Rohrleitungen aus Kunststoff, ist es durchaus möglich, dass sich Mikroplastik aus dem Rohrleitungs- und Dichtungsmaterial herauslöst und sich im durchströmenden Wasser anreichert.

 

Plastikpartikel im Mineralwasser

Ein Projektteam des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamts Münsterland-Emscher-Lippe in Kooperation mit der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster hat die vergangenen drei Jahre darauf verwandt, eben jenes Mikroplastik in verzehrfertigem abgefüllten Mineralwasser nachzuweisen. Dazu wurden 22 verschiedene Mehrweg- und Einwegflaschen, drei Getränkekartons und neun verschiedene Glasflaschen untersucht. Das erschreckende Ergebnis: Die Forscher fanden in jedem Behälter Mikroplastik. In den Kunststoffverpackungen deutlich mehr als in den Glasflaschen. Eine Tatsache, die die Forscher darauf schließen ließ, dass die Kunststoffverpackungen ihrerseits ebenfalls Plastikpartikel in das Wasser abgeben, durchschnittlich etwa 120 Plastikpartikel pro Liter. Somit identifizierte das Projektteam eine weitere Mikroplastik-Quelle neben dem primären Mikroplastik aus Kosmetika und dem sekundären Mikroplastik aus Abfall.

 

Wie gefährlich ist Mikroplastik?

Noch wissen wir nicht, wie sich Mikroplastik auf den menschlichen Körper auswirkt. Die Forschung steckt hier noch in den Kinderschuhen. Anders verhält es sich hingegen bei Tieren, die dem Mikroplastik im Wasser permanent oder größtenteils ausgesetzt sind.

Aufgrund der geringen Größe und dem Bewuchs mit Algen, riecht Mikroplastik für Meerestiere nach Nahrung, wird von Meerestieren mit Nahrung verwechselt und gelangt so in die Nahrungskette. Studien zeigten auf, dass „Mikroplastik von Vögeln, Fischen, Schildkröten, Säugetieren und Wirbellosen aufgenommen wurde“, so das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Münsterland-Emscher-Lippe. Die Anreicherung des Mikroplastiks in den Körpern der Tiere kann zu Entzündungen, einem reduzierten Wachstum oder gar zum Tod führen.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit spricht von einer „geringen zusätzlichen Gesamtbelastung“ für Menschen, die Fisch und Meeresfrüchte essen.

Wie viel Mikroplastik in anderen Lebensmitteln vorhanden ist, ist derzeit unklar. Darüber, und welche Langzeitauswirkungen das Plastik auf den menschlichen Organismus hat, gibt es kaum Studien.

Quellen:
https://www.efsa.europa.eu/de/efsajournal/pub/4501
https://www.umweltbundesamt.de/themen/mikroplastik-in-kosmetika-was-ist-das
https://www.cvua-mel.de/index.php/aktuell/138-untersuchung-von-mikroplastik-in-lebensmitteln-und-kosmetika
https://www.geo.de/natur/nachhaltigkeit/18317-rtkl-laborergebnisse-forscher-finden-mikroplastik-jedem-mineralwasser
https://www.umweltbundesamt.de/service/uba-fragen/verrottet-plastik-gar-nicht-nur-sehr-langsam
- 09.08.2018

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