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- 22.06.2018

Alles fließt - aber wohin?

Wasser aus frischen Quellen machen weniger als 9 Prozent unseres Trinkwassers aus. © ArtTim, istock / istockphoto.com
Wasser aus frischen Quellen machen weniger als 9 Prozent unseres Trinkwassers aus. © ArtTim, istock / istockphoto.com

Bestkontrolliertes Lebensmittel

Die Sorglosigkeit kommt nicht von ungefähr. Denn für Trinkwasser bestehen – zumindest im deutschsprachigen Raum – höhere Qualitätsanforderungen als für industriell abgepacktes Mineral- oder Tafelwasser. Was letztlich am Hausanschluss ankommt, hält die vorgeschriebenen Grenzwerte ein.

Aber unser Leitungswasser ist meistens ein Mixgetränk. Denn bis es aus dem Hahn fließt, wurde es gemischt, gefiltert und aufwendig aufbereitet. Neben den vielen Beeinträchtigungen, denen unsere Trinkwasservorkommen ausgesetzt sind, sind es unterschiedliche „Quellen“, aus denen sich die Wasserwerke bedienen. Der Herkunftsnachweis für Trinkwasser fällt regional – und oft auch saisonal – sehr unterschiedlich aus. 

In Deutschland besteht mit fast 61 Prozent mehr als die Hälfte des Leitungswassers aus Grundwasser. Dieses kommt zumeist nicht aus den Tiefen jahrtausendealter Reservoire, sondern wurde „von oben“ in den Wasserkreislauf eingespeist. Wenn Regen im Boden versickert, passiert er verschiedene Gesteinsschichten, die als natürlicher Filter agieren. Je nach Beschaffenheit dieser Schichten wird das Regenwasser eher zufällig von Schadstoffen befreit. Parallel nimmt das Wasser je nach Boden andere Inhaltsstoffe auf – etwa Mineralien oder Spurenelemente.

Ergänzende Wasserquellen

Aber es gibt eben auch die weiteren Ein-Flüsse. Im Durchschnitt stammen 8,6 Prozent des Leitungswassers aus sogenanntem Uferfiltrat. Flusswasser versickert in Uferbänken und vermischt sich mit angrenzendem Grundwasser. Ebenfalls im Trinkwasser-Mix: durchschnittlich 13,4 Prozent Oberflächenwasser, das aus Flüssen, Seen oder Talsperren entnommen wird. Hier bestimmen maßgeblich der Niederschlag und Einleitungen aus Industrie und Landwirtschaft die Qualität. Diese Herkunft bereitet den Wasserversorgern die meiste Arbeit bei der Aufbereitung. Quellwasser – der Inbegriff reinen Wassers – macht dagegen im Schnitt nur 8,4 Prozent des Leitungswassers aus.

8,8 Prozent sind sogenanntes „angereichertes Grundwasser“. Dahinter verbirgt sich, dass vielerorts Oberflächenwasser dem natürlichen Filtrationsprozess des Grundwassers zugeleitet und somit der Grundwasserspiegel künstlich angehoben wird. Das Ergebnis: Der höhere Grundwasserspiegel erleichtert die Gewinnung.

Wasser ist eine regionale Spezialität

Wer wissen möchte, woher sein Leitungswasser ursprünglich kommt, kann bei seinem örtlichen Versorger um Auskunft bitten. Wobei sich die meisten Wasserwerke darauf beschränken, auf Gewinnungsgebiete hinzuweisen. Die genaue Zusammensetzung des Mixgetränks aus dem Wasserhahn ist für den Konsumenten regional meist schwer zu ergründen.

Quellen:
https://www.umweltbundesamt.de/daten/wasser/wasserwirtschaft/oeffentliche-wasserversorgung#textpart-1
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/12353/umfrage/wasserverbrauch-pro-einwohner-und-tag-seit-1990/
https://www.lfu.bayern.de/wasser/trinkwasser_quelle_verbraucher/trinkwassergewinnung/index.htm
http://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php/Wasserkreislauf
https://www.umweltbundesamt.de/themen/wasser/grundwasser
https://www.spektrum.de/
- 22.06.2018

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