Wasser aus der Leitung legt eine lange Strecke bis zum Wasserhahn zurück. Auf diesem Weg passiert es verschiedene Stationen und reichert sich währenddessen mit allerlei Stoffen an. Leider nicht nur mit gesunden. Vor allem Blei stellt im Wasser eine Gefahr für Schwangere und Neugeborene dar. Wie gelangt das Schwermetall in das Leitungswasser und wie bekommt man es wieder heraus?

Laufender Wasserhahn
Mit Blei verunreinigtes Wasser kann für Schwangere und Säuglinge eine Gefahr darstellen. Die richtige Filtration am Point of Use reinigt Leitungswasser und macht es trinkbar. © kaboompics / pixabay.com

Als toxisches Schwermetall kann Blei bereits in geringen Mengen die Blutbildung eines Erwachsenen hemmen und sowohl die Funktion der Nieren als auch des Nervensystems beeinträchtigen. Ein Teil des Metalls wird im Blut gespeichert. Der größte Teil hingegen, gut 90 Prozent, lagert sich bei einer kontinuierlichen Einnahme in den Knochen an – und kann dort mehrere Jahre verbleiben. Dies stellt vor allem für Babys eine nicht zu vernachlässigende Gefahr dar. Sie können das Blei über die Muttermilch aufnehmen und ebenso wie Kinder, die bleihaltiges Wasser trinken, starke Probleme mit dem Eisen-, Kalzium- und Blutstoffwechsel bekommen. Selbst Ungeborene kann eine Blei-Belastung betreffen. Denn erhöht sich der Stoffwechsel einer Schwangeren kann das Schwermetall wieder in die Blutbahn gelangen. Da Blei-Ionen in der Lage sind, die Blut-Hirn-Schranke, also die Barriere zwischen Blutkreislauf und dem Zentralnervensystem, zu überwinden, besteht die Gefahr, dass sie die Entwicklung des Nervensystems des Embryos beeinträchtigen. In einer Langzeitstudie der Universität Bristol von 2009 prüften die Forscher das Lese- und Rechtschreibvermögen von Kindern, die im Laufe ihres Lebens unterschiedlichen Bleikonzentrationen ausgesetzt gewesen waren. Das Ergebnis: Die Sieben- bis Achtjährigen, deren Blut eine Konzentration zwischen 0,05 und 0,1 Milligramm Blei pro Liter aufwies, schnitten nur halb so gut ab wie kaum belastete Kinder. Die Auswirkungen von Blei im Körper gelten bei ihnen als deutlich schwerwiegender als bei Erwachsenen.

Bereits ab 1878 wurde in Süddeutschland deshalb die Installation von Bleirohren in Wohnhäusern verboten. Stattdessen konzentrierte man sich auf andere Materialien wie Kupfer, das jedoch in größeren Mengen ebenfalls zu Beeinträchtigungen der Gesundheit führen kann. Im Rest des Landes wurden die gefährlichen Bleirohre bis Anfang der 1970er-Jahre eingebaut. Erst mit Inkrafttreten der neuen Trinkwasserverordnung im Jahr 2003 wurde den bestehenden und bereits verbauten Rohren der Kampf angesagt: Der zulässige Grenzwert wurde von 0,045 Milligramm pro Liter auf 0,01 Milligramm pro Liter gesenkt.

Mit Umkehrosmose gegen Blei

Da Wasser, das durch Bleileitungen fließt, diesen strengeren Grenzwert nicht halten kann, sind die Hauseigentümer angewiesen, die Rohre sukzessive zu ersetzen. Akut ist das Problem in Deutschland nicht mehr. In älteren Häusern und Wohnungen vor allem im Norden und im Osten Deutschlands können aber noch Bleirohre verbaut sein. Vor allem Wasser, das längere Zeit in den Rohren stand, sollte nicht mehr getrunken werden. Wer sich unsicher ist, ob in seinem Zuhause Bleirohre verbaut sind oder auf Nummer sicher gehen möchte, dass das toxische Schwermetall nicht auch in sein Leitungswasser gelangt ist, sollte Wasserproben bei seinem Wasserversorger einreichen und testen lassen. Um Blei, andere Schwermetalle und Verunreinigungen wie Mikroplastik und Medikamentenrückstände zuverlässig aus dem Wasser zu filtern, kann man auf Umkehrosmose, zurückgreifen. Das Wasser wird dadurch am Point of Use gereinigt und für die Nahrungszubereitung nutzbar gemacht.